Am 3. Oktober 2010 findet der 20. Tag der Deutschen Einheit statt. Die zentralen Feierlichkeiten wird die Freie Hansestadt Bremen ausrichten. Auch die Bremische Bürgerschaft (Landtag der Freien Hansestadt Bremen) will sich aktiv in den Fest- und Veranstaltungsreigen einbringen. Unter anderem plant sie am 1. und 2. Oktober 2010 ein Perspektivenlabor beziehungsweise „Deutsches Jugendparlament“ mit jungen Erwachsenen aus allen Ländern. Wie „echte“ Abgeordnete sollen sie Themen diskutieren, debattieren und darüber entscheiden. Der übergeordnete Arbeitstitel lautet: „Werden wir ein Volk oder sind wir es schon?“ Der Vorschlag für Arbeitsbereiche:
1. Bildung und Lernen,
2. Ausbildung und Arbeit,
3. Integration und gesellschaftliche Werte.
Die Ergebnisse der Diskussionen, die Forderungen und möglicherweise Resolutionen werden dokumentiert und den wirklichen Parlamenten zur Verfügung gestellt. Außerhalb der Sitzungen sind Gespräche mit Zeitzeugen und Prominenten geplant.
Junge Frauen und Männer aus Bremen und Bremerhaven, die in diesem Jahr 20 Jahre alt werden oder sind, können sich ab sofort für die Teilnahme bewerben unter:
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Die Bürgerschaft wählt unter den Einsendungen fünf Vertreterinnen/Vertreter aus. Das Mitmischen im „Deutschen Jugendparlament“ ist ebenso kostenlos wie die Verpflegung, Unterkunft und Teilnahme an den Einheitsfeierlichkeiten. Mitmachen lohnt sich! Bewerbungen sind formlos. Sie sollten drei Sätze zur Motivation enthalten: Warum möchte ich an der Veranstaltung teilnehmen?
Auskünfte erteilt Manuela Bothe, Tel.: 0421 / 361 12408.
Mit der Verabschiedung zahlreicher Resolutionen ist heute (31. Mai) „Jugend im Parlament 2010“ in der Bremischen Bürgerschaft nach vier Tagen zu Ende gegangen. Ein Höhepunkt war die Übergabe des Forderungskatalogs an Bürgerschaftspräsident Christian Weber. Er versprach, die Entschließungen an die „echten“ parlamentarischen Ausschüsse und an die Deputationen weiterzuleiten. „Ich wünsche mir, dass einiges, was die Jugendlichen mit großem Ernst und Engagement erarbeitet haben, von unseren Abgeordneten aufgenommen und in Realität umgesetzt wird.“ Christian Weber unterstützte beispielsweise die einstimmig angenommene Resolution zur politischen Bildung. Darin heißt es: „Wir fordern, dass an allen Bremer Schulen ein verpflichtendes Fach Politik unterrichtet wird. Das Fach soll zunächst in der siebten Klasse einstündig als Einführung unterrichtet werden, ab der achten Klasse darauf aufbauend durchgängig zweistündig.“ Die jungen Leute bemängelten, dass einerseits 16-jährige in Bremen wahlberechtigt seien, aber andererseits viele Schülerinnen und Schüler vor dem Problem stünden, unzureichend über Politik informiert zu sein. Es mache sich eine zunehmende Politikverdrossenheit in der Gesellschaft bemerkbar. Zudem müsse man beobachten, dass Jugendliche unter 20 Jahren sich verstärkt rechts- und linksextremistischen Gruppierungen zuwendeten. Das sei auch auf mangelnde Aufklärung zurückzuführen.
Download Resolutionen JiP 2010
Weiterlesen: Jugendliche fordern Pflichtfach Politik an allen Bremer Schulen
Den Abschluss des dritten Tages (28.05) von „Jugend im Parlament“ bildete eine Debatte zu dem Motto „Wahl 2011, da geh’ ich hin – Komm und setz’ ein Zeichen“.
Zu Gast waren Prof. Lothar Probst und seine Studenten von der Universität.
Sie äußerten sich zur geringen Wahlbeteiligung und präsentierten sich in der Rolle als Nichtwähler.
Ihre Argumente gegen die Teilnahme an der Wahl:
„weil Politiker eh machen was sie wollen“ oder „die Politiker brechen ihre Versprechen“.
Es begann eine lebhafte Diskussion, bei der die Jugendlichen den Vorträgen des Professors und seiner Studenten widersprachen.
Die Schülerinnen und Schüler sprachen sich eindeutig für die Teilnahme an der Wahl aus. So sei Wählen nötig um die Demokratie zu erhalten und seine Meinung zu äußern. Ein Fernbleiben von Wahlen würde erst recht nichts ändern.
Unzufriedene sollen selbst politisch aktiv werden, ob in den bestehenden Parteien oder mit der Gründung neuer. Denn genau dies würde die Demokratie ausmachen.
Am Ende der Debatte erhielt Prof. Dr. Probst erneut das Wort.
Er bedankte sich und bezeichnete die Debatte als „perfektes Rollenspiel“. Zudem lobte er das Engagement der Jugendlichen.
Am Freitag (28. Mai) nahmen die Ausschüsse ihre Arbeit auf.
Zu den Themenbereichen Bildung, Wirtschaft/ Finanzen, Jugend/ Soziales und Inneres/Extremismus wurde über mögliche Lösungen diskutiert.
Zur Verstärkung hatten die Jugendlichen Besuch von Fachleuten, die Fragen beantworteten und Sachverhalte erklärten.
So wurde im Ausschuss für Inneres und Extremismus über extremistische Tendenzen an Bremer Schulen gesprochen und Maßnahmen zur Verhinderung erörtert.
Im Ausschuss für Jugend und Soziales wurde über Jugendkriminalität gesprochen, als Möglichkeit der Prävention: die Kooperation von Jugendarbeit, Schulen und Vereinen.
Der Ausschuss für Wirtschaft/Finanzen besprach den Bremer Landeshaushalt. Zur Verhinderung weiterer Schulden wurden Einsparungen im öffentlichen Dienst vorgeschlagen. Auch sollten einzelne Aufgabenbereiche zusammengelegt werden. Hierzu sollten vor allem die Mittel der elektronischen Datenverarbeitung verwendet werden.
Im Ausschuss für Bildung ging es um die Reform des Bremer Schulsystems. Dazu wurde die Einführung eines Schulmanagers als Verwalter der Schulen angeregt. Außerdem sollten Schülerinnen und Schülern wirtschaftliche Fähigkeiten verstärkt vermittelt werden, beispielweise das Abschließen von Verträgen, etwa Versicherungen und Bankkonten.
Die „Aktuelle Stunde“ bildete den Abschluss des gestrigen Tages bei „Jugend im Parlament“, während dieser wurde kontrovers über die Integration von Migranten und die Problematik der Griechenland-Hilfe unter dem Gesichtspunkt eigener Staatsverschuldung, wodurch Bildung wiederum von Sparmaßnahmen betroffen ist, gesprochen.